Auswirkungen von Liebe 2.0 und Fazit

Mai 17, 2008 bisazselina

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Mögliche Auswirkungen von Liebe 2.0 sind die bereits erwähnten Cyberverlobungen und Cyberhochzeiten (vgl. Kystone, 2008). Eine weitere, vielleicht weniger erfreuliche Auswirkung ist eine Internetsucht. Es ist möglich, dass man internetsüchtig wird durch die Liebe zu jemand im Internet. Man sucht eventuell die ganze Zeit seine Nähe oder Aufmerksamkeit. Zu diesem Thema gibt’s ein interessantes Buch: Hexenkuss.de von Gabriele Farke. Sie hat selber erlebt, wie die Liebe zu einem Mann, den sie im Internet kennengelernt hat und auch real trifft, entsteht und sich entwickelt. Aber sie hat auch die negativen Seiten erlebt.

Die Auswirkungen von Liebe 2.0 können vielfältig sein, es kann gewisse Menschen den Mut stehlen, weil sie damit schlechte Erfahrungen machen. Auf der anderen Seite kann es bis zu einer Ehe führen. (vgl. Hofacker, 2008).

Eine weitere Auswirkung, die die Suche nach der Liebe im Internet mit sich bringen kann, ist, dass man eine besondere Identität konstruiert. (vgl. Paechter, 2007, S. 611 und Bühler-Ilieva, 2006, S. 330f). Dies kann eine Chance oder eine Gefahr sein. Wenn man sich wohl fühlt, und eine bisher ungelebte Seite von sich ausleben kann, ist es eine Chance. Aber wenn man versucht, aus der Realität zu flüchten, eine zweite Identität zu entwickeln, damit man sich nicht mit seinen reellen Problemen auseinander setzen muss, kann dies zu Problemen und Realitätsverlust führen. Dieser Realitätsverlust kann zu Depressionen oder negative Gefühlen führen, was weitere Konsequenzen im Handeln des Einzelnen mit sich bringen kann.

Eine Auswirkung, die direkt mit dem Internet zu tun hat, ist, dass so genannte Ratgeberseiten entstehen, falls es mit der Liebe doch nicht klappt. (siehe z. Bsp. Best Friend Online oder Mein Kummerkasten). Es können also weitere Geschäfte oder Geschäftsideen aus den Erfolgen oder Misserfolgen der Partnerbörsen entstehen und hier können ethische Fragen aufgeworfen werden, wie die Frage nach dem Datenschutz und der Privatsphäre, dem Geldverdienen durch Liebeskummer usw. Ethische Probleme bei den herkömmlichen Dating-Portalen sind vor allem die Abgrenzung zwischen privatem und öffentlichem Bereich (Späth, 2004). Zudem stellt sich mir die Frage, ob es korrekt ist, mit der Suche nach Liebe Geld zu verdienen. Solange die Leute aber bereit sind, dafür zu bezahlen, werden die Portale dies weiter verlangen (können). Eine Idee, die eventuell von den gewöhnlichen Dating-Portalen beeinflusst wurde, sind Seitensprung-Portale (siehe z. Bsp. Heute-Seitensprung.de, direct-date oder meet2cheat). Hier spielt die Ethik oder Moral natürlich eine grosse Rolle. Der Reiz ist vielleicht gross, schnell und unkompliziert über das Internet ein Kandidat oder eine Kandidatin für einen Seitensprung zu finden. Man kann sich auch fragen, ob die Seitensprung-Portale gewisse Menschen überhaupt erst auf eine solche Idee bringen und die Personen so zu einer unanständigen Handlung anstiften. Im Endeffekt müssen die Personen aber selber entscheiden, wie sie eine solche Situation mit ihrem Gewissen vereinbaren und sind für ihr Handeln verantwortlich.

Mein allgemeines Fazit lautet, dass die Suche und das Finden von Liebe 2.0 durchaus zu „ewiger Liebe“ führen kann, dafür müssen jedoch die Voraussetzungen erfüllt sein. Die Voraussetzungen sind, dass die betroffenen Personen zueinander ehrlich sind und sich über die Beziehung einig sind, ergo eine gemeinsame Beziehungsdefinition haben. (vgl. Döring, 2000, S. 63). Weiter müssen die Charaktere natürlich zusammenpassen und man muss gerne Zeit miteinander verbringen wollen. Auch bei Liebe 2.0 spielt Vertrauen eine grosse Rolle für den Erfolg und die Dauer der Beziehung.

Die Partnersuche über das Internet ermöglicht es verschiedenen Personen, einfacher jemand kennenzulernen. Es stellt auch für Homosexuelle eine günstige Variante zur Suche im Alltag dar. Im Internet gibt es spezielle Seiten, wo sich nur oder vor allem Homosexuelle befinden oder nur Schwule, oder nur Lesben usw. (siehe z. Bsp. datingindex.de). Im Alltag ausserhalb des Internets müssen die Homosexuellen oft zuerst herausfinden, wer ein potentieller Kandidat für die Liebe ist, oder sie müssen in speziellen Lokalen einkehren, welche meist nur in grösseren Städten vorhanden sind. Anscheinend haben „…Internet-Datingforen … das Leben vieler Schwulen mehr verändert als die so genannte Homo-Ehe.“ (Computerwoche.de, 2007).

Somit bietet Liebe 2.0 gewissen sozialen Gruppen erweiterte Möglichkeiten. Man muss jedoch auch die Gefahren beachten. Es kann zum Beispiel vorkommen, dass ein älterer Mann ein jüngeres Mädchen für seine sexuellen Phantasien im Internet sucht und dafür eine falsche Identität angibt und die Naivität und das Vertrauen des jüngeren Mädchens ausnutzt, um ein Treffen zu vereinbaren. Eine solche Geschichte ist auch bei älteren Personen denkbar. Es kann sein, dass gewisse Leute unehrlich sind, falsche Angaben machen, um andere Menschen auszunützen oder sogar zu verletzen.

 

Das Thema Liebe 2.0 ist sehr interessant, da es verschiedene Aspekte der menschlichen Beziehungen aufzeigen kann. Es ist schön, sich mit einem Thema wie die Liebe auseinanderzusetzen, da man auch auf viele positiven Geschichten stösst.

Liebe ist ein komplexes Thema, darüber wurde bereits etliche Male geschrieben und es wird vermutlich weiter geschrieben werden. Durch die Forschung kommen immer neue oder andere Aspekte dazu oder Ansichten ändern sich und Diskussionen können entstehen.

Die Liebe, ob real oder im Internet, eröffnet viele neue Welten. Man muss aber bereit und offen sein, diese zu entdecken.

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1 Comment Add your own

  • 1. stoychristine  |  Mai 18, 2008 at 2:49

    Ich finde es gut, wie du deine Blog-Einträge thematisch aufgebaut hast, dass du auf die einzelnen Schritte, die durch eine Netzromanze entstehen, genannt hast. Des Weiteren gefällt mir, dass du im letzten Teil auf die möglichen Gefahren der Liebe im Internet hingewiesen hast, auch wenn die Partnerbörsen das Gegenteilige versprechen.
    Es ist eine andere Form der Kontaktaufnahme durch die Netzromanze entstanden und bildete somit einen Wandel in unserer Gesellschaft. Trotzdem denke ich, auch wenn unser Alltag schnelllebiger geworden ist, benötigen feste Partnerschaften Zeit, früher wie heute.

    Gruss, Christine


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